Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement und zeigen Ihnen darüberhinaus den Weg zu weiteren Informationen und Gesetzestexten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Um Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) wirksam und in Synergie zu den Bereichen Arbeitsschutz und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) in die Unternehmensstruktur zu integrieren, ist ein systematisches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) nötig. BGM ist ein Managementinstrument zur nachhaltigen, konkret bedarfs- und lösungsorientierten Steigerung des personellen und organisationalen Leistungspotentials und umfasst alle Phasen des klassischen Projektmanagements (Quelle: M&G 2008)

Maßnahmen:
  1. Zieldefinition / Bedarfsanalyse (PLAN)
  2. Umsetzung / Interventionsmaßnahmen (DO)
  3. Evaluation (CHECK)
  4. Anpassung der Maßnahmen (ACT)

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Um die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern, stellt die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) einen wesentlichen Baustein dar. Sie schließt alle im Betrieb durchgeführten Maßnahmen zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen ein. 

BGF Maßnahmen werden in Verhältnisprävention und Verhaltensprävention kategorisiert. Diesen beiden Kategorien lassen sich Maßnahmen der verschiedenen Handlungsfelder der Gesundheitsprävention zuordnen:

Die Verhältnisprävention strebt an, die jeweiligen Arbeitsbedingungen so zu gestalten bzw. zu verändern, dass Gesundheit und Wohlbefinden gefördert und Unfälle oder Krankheit vermieden werden. Sie setzt an den äußeren Rahmenbedingungen an, beispielsweise an der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes. Vor allem aber die Themen Arbeitsorganisation, Kooperationsklima und Führung stellen die Kernthemen der Verhältnisprävention im Betrieb dar.

Die Verhaltensprävention strebt ein selbstbestimmtes gesundheits- und sicherheitsorientiertes Verhalten der Personen in der Lebens- und Arbeitswelt an. Sie setzt beim einzelnen Mitarbeiter an, um individuelle Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung zu schaffen bzw. zu verstärken. Vor allem sollen Risikofaktoren, die durch Bewegungsmangel,  Fehl- oder Mangelernährung, Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum entstehen, reduziert werden.


Weitere Informationen zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung finden Sie auch in den Luxembuger Deklarationen.

Ergonomie

Ergonomie (griech.: ergon= Arbeit, nomos=Lehre, Arbeit) ist die Lehre von der menschlichen Arbeit.

Ergonomie: (griech.: ergon= Arbeit, nomos=Lehre, Arbeit) ist die Lehre von der menschlichen Arbeit. 

Somit stellt die grundlegende Aufgabe der Ergonomie die Anpassung der Arbeit an den Menschen dar. Um Arbeitssysteme menschengerecht zu gestalten alle relevanten Kriterien, wie z.B. Ausführbarkeit, Zumutbarkeit, Zufriedenheit und Persönlichkeitsförderlichkeit im Fokus.

Jeder Mensch hat individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten:

Ziel der Ergonomie ist es, Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse und Eigenschaften des Menschen anzupassen. Hierdurch können die individuellen Fähigkeiten im Hinblick auf Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung und Schnittstellen optimal genutzt werden. Bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen müssen Unterschiede zwischen Männern und Frauen und Jüngeren und Älteren einbezogen werden. Unterschiede existieren z.B. hinsichtlich der Körpermaße, den Körperkräften und dem Übungsgrad. Darüber hinaus sind Umgebungsaspekte (Farbgebung, Lärm und Klima), Vibrationen und physische als auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz von großer Relevanz bei der Gestaltung.

  • Umgebungsvariablen wie Farbgebung, Lärm, Klima (Licht, Strahlung, Temperatur),
  • Vibrationen,
  • Körpermaße des Menschen sowie
  • physische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Gemäß § 84 Abs. 2 des neunten Sozialgesetzbuches ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitnehmern die innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen arbeitsunfähig waren, eine Wiedereingliederung anzubieten. In der Regel werden die sogenannten BEM-Gespräche durch die Personalabteilung unter Einbeziehung von Personalvertretung und ggf. der Schwerbehindertenvertretung geführt. Es empfiehlt sich den Werksarzt in die Gespräche einzubinden, um gemeinsam das weitere Vorgehen (z.B. schrittweise Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell) und mögliche Maßnahmen zu besprechen.

Ziel ist es, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der betroffenen Beschäftigten schnellstmöglich wieder herzustellen und nachhaltig zu stabilisieren. Weiterführende (Sekundär-)präventive Maßnahmen (Verhältnisprävention / Verhaltensprävention) sollten sich im Falle des BEM an therapeutische bzw. rehabilitative Leistungen (z.B. WeB Reha) anschließen, um eine nahtlose und möglichst zügige Rückkehr an den Arbeitsplatz zu erreichen.

Arbeitsschutz beinhaltet die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit. Die Grundlage dafür bietet das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), durch das der Arbeitgeber - unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten - verpflichtet ist, physische Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen sowie über notwendige Schutzmaßnahmen zu entscheiden. Seit Ende 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz nun auch die besondere Berücksichtigung der psychischen Belastun­gen in der Gefährdungsbeurteilung.

§ 4 Nr. 1 ArbSchG besagt, dass die Arbeit so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.

Gefährdungen am Arbeitsplatz können durch vielfältige Faktoren beeinflusst werden (gem. §5 ArbSchG):

  • Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes
  • Physikalische, chemische und biologische Einwirkungen
  • Auswahl und Einsatz von Arbeitsmitteln
  • Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit
  • Unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten
  • Psychische Belastungen bei der Arbeit.