Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement und zeigen Ihnen darüberhinaus den Weg zu weiteren Informationen und Gesetzestexten.

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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Unter BGM versteht man die systematische, zielorientierte und kontinuierliche Steuerung aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel, Gesundheit, Leistung und Erfolg aller Mitarbeiter eines Unternehmens zu erhalten und zu fördern. Mögliche Ansätze sind die Optimierung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen im Rahmen der Verhältnisprävention sowie die Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung und die Stärkung persönlicher Kompetenzen im Rahmen der Verhaltensprävention.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) & Prävention

BGF ist ein Baustein von BGM und schließt alle im Betrieb durchgeführten Maßnahmen zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen ein.

Prävention beschreibt zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankung zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern. Präventive Maßnahmen lassen sich nach dem Zeitpunkt, zu dem sie eingesetzt werden, der primären, der sekundären oder der tertiären Prävention zuordnen. Des Weiteren lassen sich präventive Maßnahmen im Hinblick darauf unterscheiden, ob sie am individuellen Verhalten (Verhaltensprävention) oder an den Lebensverhältnissen ansetzen (Verhältnisprävention).

Die Handlungsfelder der Prävention sind Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Suchtprävention.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Gemäß § 84 Abs. 2 des neunten Sozialgesetzbuches ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitnehmern die innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen arbeitsunfähig waren, eine Wiedereingliederung anzubieten. In der Regel werden die sogenannten BEM-Gespräche durch die Personalabteilung unter Einbeziehung von Personalvertretung und ggf. der Schwerbehindertenvertretung geführt. Es empfiehlt sich den Werksarzt in die Gespräche einzubinden, um gemeinsam das weitere Vorgehen (z.B. schrittweise Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell) und mögliche Maßnahmen zu besprechen.

Ziel ist es, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der betroffenen Beschäftigten schnellstmöglich wieder herzustellen und nachhaltig zu stabilisieren. Weiterführende (Sekundär-)präventive Maßnahmen (Verhältnisprävention / Verhaltensprävention) sollten sich im Falle des BEM an therapeutische bzw. rehabilitative Leistungen (z.B. WeB Reha) anschließen, um eine nahtlose und möglichst zügige Rückkehr an den Arbeitsplatz zu erreichen.

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), durch das der Arbeitgeber - unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten - verpflichtet ist, physische Gesundheitsgefährdungen sowie psychischen Belastun­gen am Arbeitsplatz zu beurteilen sowie über notwendige Schutzmaßnahmen zu entscheiden. § 4 Nr. 1 ArbSchG besagt, dass die Arbeit so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.

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Gefährdungen am Arbeitsplatz können durch vielfältige Faktoren beeinflusst werden (gem. §5 ArbSchG):

  • Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes
  • Physikalische, chemische und biologische Einwirkungen
  • Auswahl und Einsatz von Arbeitsmitteln
  • Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit
  • Unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten
  • Psychische Belastungen bei der Arbeit.